Förderung der Unternehmensnachfolge

Die Unternehmensnachfolge ist ein typisches und oft unterschätztes Thema des Mittelstandes, welches unterschiedliche Gründe (wie z. B. Alter, Krankheit, Tod) haben und vielfältige Alternativen (wie Vererbung oder Verkauf) aufweist. In mittelständischen Unternehmen spielt neben dem Wechsel in der Leitung eines Unternehmens darüber hinaus der Wechsel am Eigentum eine (oftmals zentrale) Rolle. Oft fühlt sich ein Unternehmer nicht bereit sein Lebenswerk abzugeben und vergisst dabei die vorsorglichen Maßnahmen frühzeitig einzuleiten. Auch junge Unternehmer können von Krankheit oder Unfällen betroffen sein. So ist ein Notfallplan für jeden Unternehmer unerlässlich. Diese und ähnliche Sichtweisen zeigen, dass die Unternehmensnachfolge ein kritisches Thema ist, das zudem in Deutschland oft als Tabuthema behandelt wird.

Kein Wunder also, dass selbst wirtschaftlich gesunde mittelständische Unternehmen aufgelöst werden müssen, weil die Unternehmensnachfolge nicht rechtzeitig genug eingeleitet wurde oder Fehler bei der Umsetzung letztlich das Aus bedeuten. Unfall, Krankheit oder Tod stoßen Unternehmen bei fehlender Vorsorge unvermittelt in eine existenzielle Krise.

Allgemein ist eine Nachfolge ein länger dauerndes Projekt, das rechtzeitig begonnen werden muss & worüber sich alle Beteiligten bewusst sein müssen. Die Durchführung bedarf einer sorgfältigen und systematischen Vorbereitung, damit das Unternehmen im Verlauf der Übergabe keinen Schaden nimmt und der Unternehmenswert nicht sinkt. In der Regel stellt der Prozess eine einmalige Situation für die Betroffenen dar. Diese selber verfügen meist nicht über Erfahrungen, weshalb die Einbeziehung von Spezialisten bei der Vorbereitung und der Begleitung sinnvoll ist.

Als grundsätzliche Varianten einer Unternehmensnachfolge kommen in Frage:

  • Familienmitglieder des Inhabers oder Verwandte (führen das Geschäft weiter und übernehmen die Anteile)
  • Mitarbeiter aus dem Unternehmen übernehmen das Unternehmen
  • Verkauf des Unternehmens an einen Dritten, der als Unternehmer das übernommene Unternehmen weiterführt
  • Verkauf an eine Beteiligungsgesellschaft
  • Verkauf an einen strategischen Partner (Wettbewerber, Kunden, Lieferanten).

Welche der Möglichkeiten die im Einzelfall realistisch umsetzbare bzw. optimale ist, sollte durch sorgfältige Analysen im Vorfeld geprüft werden. Die Hinzuziehung eines erfahrenen Beraters kann bei der Entscheidungsfindung aus einer neutralen Perspektive helfen. Dieser strukturiert, plant und begleitet den Nachfolgeprozess und sorgt für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten, Emotionen und Ängsten.

Zur Unterstützung und Sicherstellung des reibungslosen Ablaufs wurden diverse Förderprogramme in Form von Beratungs- und Weiterbildungsprogrammen von Bund und Freistaat Sachsen ins Leben gerufen, die vor, während und nach der Übernahme zur Verfügung stehen.

Die Sächsische Aufbaubank (SAB) nimmt dabei eine wichtige Position ein und bietet in der Vorbereitungsphase sowohl für Unternehmensübernehmer- in diesem Fall auch Existenzgründer- als auch Nachfolger und Übergeber Beratungsförderprogramme an:

Für Existenzgründer:  Gründungsberatung à Pauschale von 500€ pro Tagewerk, zwei bis zehn Tagewerke à acht Stunden

Für Nachfolger & Übergeber: Betriebsberatung/Coaching à 50% Zuschuss zu Beratungskosten, maximal 20.000€ innerhalb eines Kalenderjahres

Des Weiteren Beratungsförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Nachfolger und Übergeber:

Förderung unternehmerischen Know-hows à bis zu 80% Zuschuss zu Beratungskosten,

Neugründungen bis zwei Jahre am Markt:

  • Leipzig à maximal 2.000€
  • Restsachsen à maximal 3.200€

Bestehende Unternehmen ab zwei Jahren:

  • Leipzig à maximal 1.500€
  • Restsachsen à maximal 2.400€

Zur Sicherstellung der Finanzierung der Nachfolge (Kaufpreis, laufender Kapitalbedarf, Ersatz- und Neuinvestitionen) und zur Erleichterung des Starts gewährt der Freistaat Sachsen Unterstützung durch folgende Programme:

Förderkredite (ergänzend zu Bankdarlehen) à finanziert durch die SAB

Mikrodarlehen für Existenzgründer à zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln vor und während der ersten sechs Jahre nach Geschäftsübernahme bis maximal 20.000€

Gründungs- & Wachstumsfinanzierung à Investitions, -Betriebsmittel- und Liquiditätshilfedarlehen bis maximal 2.500.000€

Öffentliche Bürgschaften à bei nicht ausreichenden banküblichen Sicherheiten

Bürgschaftsbank Sachsen GmbH à maximal 80% Anteil an Kreditbetrag bis 2.000.000€

Bund-/Landesbürgschaft à individuelle Festsetzung des Anteils bis maximal 80% ab 10.000.000€

SAB-Bürgschaftsprogramm Sachsen à Anteil maximal 60% (Betriebsmittelfinanzierung) bzw. 80% (Investitionen), Betrag zwischen 2.000.000€ und 10.000.000€

Zuschüsse à finanziert durch die SAB

GRW Investitionszuschuss à zur Errichtung bzw. Erweiterung der Betriebsstätte, Produktionsausweitung, Verfahrensoptimierungen, Betriebsstättenerwerb

Öffentliche Beteiligungen à zur Eigenkapitalfinanzierung

Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen mbH à stille und direkte Beteiligung kombiniert, Betrag von 50.000€ bis 1.000.000€, endfälliger 12,5 Jahre laufender Vertrag

Sächsische Beteiligungsgesellschaft mbH à stille und direkte Beteiligung kombiniert, maximal 2.800.000€ (stille Beteiligung), 200.000€ bzw. 49% (offene Beteiligung), zumeist zehn Jahre Vertragslaufzeit

Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen GmbH & Co. KG à stille und direkte Beteiligung kombiniert, Investitionen von 750.000€ bis 2.500.000€, keine Sicherheiten, Rückbürgschaften erforderlich

Wir von der Boissier Consulting LLP stehen Ihnen bei diesem neuen, spannenden jedoch auch komplexen Prozess kompetent zur Seite und unterstützen Sie tatkräftig bei sämtlichen anstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Das Ziel definieren Sie – wir kümmern uns um den Weg.